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Fünf Tage Urlaub, Fünf Tage Durchbräunen, Fünf knallrote Deutsche im Paradies...

Das war mal ein wirklicher Urlaub. Fünf Tage in einem 5-Sterne Hotel auf der chinesischen Insel Hainan direkt am türkisfarbenen Meer mit weißem Strand. So stellt man sich wirklich das Paradies vor und so etwas findet man tatsächlich auch in China. Mal keinen Smog, keine Hochhäuser, keine Menschenmassen trotz des langen Wochenendes zwecks den Feiertagen. Einfach nur pure Gelassenheit, Stille und Ruhe. Ganz abgeschottet von der Außenwelt. Man hat mal gar nichts von der Eröffnung der Expo mitbekommen oder auch von anderen Nachrichten. Hainan lädt ein um rundum zu entspannen. Die alltägliche Schwüle und Hitze lud gleich zu Beginn zum Abkühlen im Meer ein. Bei der Ankunft um 20 Uhr Abends herrschten noch Temperaturen von uber 20 Grad. Somit hieß es schnell raus aus Jeans und Jacke und rein in den hoteleigenen Pool.

Aber dabei ist Vorsicht geboten: „Aus Fehlern lernt man.“, so heißt zumindest das Sprichwort, aber wie das immer so ist, sieht die Realität wieder einmal anders aus. Ich hatte ja schon einige Sonnenbrände in meinem bisherigen Leben gehabt (einige erinnern sich vielleicht an Rom =) ), aber so aggressiv wie auf Hainan habe ich die Sonne noch nicht erlebt. Gleich am ersten Tag verwandelte ich mich trotz ausreichendem Eincremen in einen feuerroten Krebs. Zum Glück waren meine Erziehungsberechtigten nicht anwesend, sonst hätte ich mir was anhören müssen. Ich habe aber definitiv mein Hautkrebsrisiko um einiges gesteigert durch die paar Tage. Die Verführung durch das türkisene und komplett klare Wasser des Meers war eindeutig zu groß und so verbrachte man mehrere Stunden auf der offenen See. Das Wasser war dabei so salzig, dass man sich treiben lassen konnte ohne irgendetwas zu tun. Einfach herrlich. Die Röte ist aber jetzt schon einem schönen Braun gewichen. Nur meine Füße leiden immer noch unter dem Einfluß der Sonne und Schwüle. Die sind so angeschwollen und haben seltsame Flecken wie die Füße von einem Penner oder einem zu starkem Raucher. Das konnt ihr euch gar nicht vorstellen. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Echt krass. Heute bin ich deshalb mal ausnahmsweise in FlipFlops zur Arbeit gegangen. Das kann man wohl auch nur hier bringen. In Deutschland würde ich mich davor hüten auch nur daran zu denken mit FlipFlops im Büro aufzutauchen. Aber gut. Man ist ja in China und da kann man so gut wie alles im Büro tragen. Andere tragen dreckige Hosen, Joggingschuhe, ich eben mal FlipFlops.

Nun aber mal etwas zur Insel selbst: Hainan ist die südlichste Insel Chinas und hat einiges zu bieten. Wir waren die meiste Zeit um Sanya herum, eine Stadt im Süden Hainans. Haben die West Island besucht, eine kleine aber feine Insel mit Blick auf Sanya. Einen Regenwald bekundet, den Yanoda Rainforest. Dabei ein paar kleine und auch größere Insekten und Tiere gesehen. Lecker Chinesisch Essen waren wir auch, wie sich das ja so gehoört hier und dabei alles sehr scharf, wie man das so im Süden isst. Bin ich froh, dass ich die meiste Zeit im Osten Chinas lebe. Sogar den Jungs hat es mehr oder weniger die Sprache verschlagen und das heißt schon einiges. Zum Glück gab es leckeres Tsingtao Bier zum Abkühlen. Was haben wir sonst noch so getrieben? Uns (aber nur kurz) von Fischen in einem Pool anknabbern lassen. Unsere angeschlagene Haut ordentlich und stündlich eingecremt. Am Pool gechillt. Noch besser war es einfach am Meer zu chillen. Leckere Früchte gegessen. Dabei sogar eine eigens aufgelesene Kokosnuss. Rischka gefahren. Bei einer Fahrt ging dann der Tank aus und wir mussten spontan am Meer entlang spazieren. Das um 4 Uhr morgens. Teilweise abenteuerliche Taxifahrten überlebt. Die Hainaner fahren noch schrecklicher wie die Festlandchinesen! Ebenso nächtliche Spaziergänge am Strand überlebt, wenn einen plötzlich drei wilde Hunde fast anspringen. Sanya bei Nacht genossen mit allerlei „Aktivitäten“ laut Larissas Beobachtungen. Die Chinesen getrauen sich eben so einiges. Gutes Bier und gute Coktails getrunken. Gute Musik gehört. Teilweise aber nur nach dem Geschmack der Chinesen: Die „Bar“ (die man jedoch nicht als Bar bezeichnen kann, da die Cocktails grauenvoll waren) direkt vor dem Hotel hatte wohl nur eine Britney Spears CD zur Verfügung. Schön in der Sonne gebräunt. Die Chinesen in ihren wunderschönen Hawaihemden begutachtet. Die goldene Regel hierfür: Wer als Chinese das erste mal auf Hainan ist, muss eines der zahlreichen Hawaikostüme tragen – am besten die ganze Familie bzw. Paare mit demselben Muster. Habe natürlich wieder viele viele viele Fotos gemacht. Das Wetter genossen....

Das könnte man jetzt noch ein paar Zeilen ausbauen. Ich hoffe, ich habe es jetzt aber schon geschafft euch so richtig neidisch zu machen. Ansonsten schaut euch die Bilder an, das klappt dann bestimmt. Was kann ich sonst noch sagen: Ich liebe Hainan! Und:

Es grusst die schön gebräunte und noch immer total entspannte Yvonne! =)

Da hab ich doch glatt was vergessen...

Die Expo in Shanghai gab es ja auch noch. =) Sowas kann auch mal im Hinterkopf verschwinden. Aber zum Glück erinnern mich immer wieder die Tausenden blauen Haibaofiguren daran. Wie kann man das denn auch vergessen? Am 19. Mai gibt sogar die Angie der Expo die Ehre, was ich gestern im Taxi erfahren habe. Werd auf jeden Fall auch hin, aber jetzt sollen erst einmal die Chinesen auf die Expo stürmen. Ich hab ja Zeit.

Freudige Nachrichten aus Deutschland...

Dank einer super Kommunikationsquelle in Deutschland (Danke Bea!) kam die freudige Nachricht auch schon bei mir an: Die ganze Schneidersfamily wird im August China unsicher machen! Freu mich jetzt schon euch die Welt der Chinesen zu zeigen und René, mach dich schon mal auf tausende Blicke gefasst. Alleine Ausländer sind hier schon Exoten. Aber das wird suuuper! Mal nach einigen Jahren wieder einen Familienurlaub, wie in guten alten Zeiten! =)

Dieses Wochenende mal einmal in Shanghai…

Nach dem letzten Wochenende in Suzhou, einer „kleinen“ Kanalstadt ganz in der Nähe von Shanghai, bin ich dieses Wochenende mal wieder daheim anzutreffen. Aber was heißt denn schon daheim, wenn man wieder von lieben Chinesen zum Essen eingeladen ist und die Hälfte der Zeit dort verbringen darf. Ich liebe diese chinesische Gastfreundlichkeit! Und dann noch einen ganzen Tag lang Shoppen geht. Habe nämlich mal herausgefunden, wo die Chinesen hier einkaufen gehen. Qipu Lu heißt die Straße. Besitzt mindestens 5 große „Kaufhäuser“, die alle von mir unter die Lupe genommen wurden. Die bestehen dann aus mehreren Etagen mit vielen vielen kleinen Läden, die alle dasselbe für denselben niedrigen Preis verkaufen. Schuhe für 30RMB, Hosen ab 50RMB, Shirts ab 15RMB etc. Leider sind die Läden mit so viel Zeugs vollgestopft, dass es keine Kabinen gibt. Da wird dann eben einfach mal das leere Treppenhaus kurzerhand zu einer umfunktioniert. Was man hier nicht alles macht. Das ist aber dann unter anderem ein Grund, warum ich nur mit einer kurzen Hose (die ich nach der Anprobe erst einmal umtauschen musste und DEN einen Laden zu finden, bei dem man die gekauft hat, war schon recht schwierig), zwei paar Slipper und einer Tasche nach Hause zurückgekehrt bin. Ich muss mich aber ja sowieso etwas zurückhalten. Sonst gibt das wirklich Probleme beim Zoll...

Um euch noch ein paar mehr Eindrücke von China zu vermitteln, erweitere ich mal meine Beobachtungen hier:

24. In chinesischen Familien spielt die Eheschließung eine sehr große Rolle. Chinesische Frauen sollten deshalb sehr früh den passenden Mann gefunden haben und so jung wie möglich den Bund der Ehe eingehen. Wenn nicht, dann macht sich hier die ganze Familie Sorgen. Das treibt Mütter sogar so weit, dass sie die Hälfte des Jahres bei ihren ehelosen erwachsenen Töchtern in einem winzigen Apartment verbringen, da sie denken, die Tochter wäre ja sonst so einsam. Da würd ich ja echt die Krise kriegen.

25. Chinesen freuen sich über Kleinigkeiten. Egal ob es ein kleines Geschenk ist, das man ihnen für das leckere Essen mitbringt oder wenn sie irgendwo einen kleinen Geldbetrag sparen, z.B. 40RMB bei einem Flug. Die sind noch fast schlimmer wie wir Schwaben! Immer am Sparen und Rabatte einlösen und Schnäppchen suchen!

26. Wie wir schon wissen, lieben chinesische Männer lange Fingernägel. Manche lieben jedoch auch Nylonstrümpfe anstatt Feinrippsocken. Und dann sind die auch noch mit hübschen Mustern geschmückt!

27. Hier ist wohl auch alles gefaket. Nicht nur die Ware auf dem Fake Market, sondern auch die Wasserfälle in Suzhou, wie wir letztes Wochenende feststellen mussten. Legen die einfach mal einen Schlauch den Abhang hinunter und lassen Wasser laufen. Es war wirklich herrlich sich das anzusehen.

28. Wer es noch nicht wusste, das chinesische Bier Tsingtao ist von Deutschen gebraut. Deswegen schmeckt es vermutlich sooooo gut. In der Gründungsstadt Qingdao gibt es wohl auch ein Biermuseum mit kostenlosem Bier. Das werd ich gleich mal austesten, wenn ich Mitte Juli dort bin. Mal schauen, wie viel die Chinesen bzw. genauergesagt meine chinesische Kollegin, die mitkommt, wirklich vertragen.

29. Im chinesichen PizzaHut gibt es nicht nur Pizza, sondern nachmittags wird die ganze Fast-Food-Kette zu einem Cafe umgewandelt. Studenten bekommen dort sogar Rabatt, wenn man den Ausweis zeigt. Also immer an den Studentenausweis denken. Die anderen Ketten wie KFC und BurgerKing geben zwar keine Rabatte, dafür gibt es hier einen Lieferservice. Alle Fast-Food-Ketten haben einen in China, außer McDonalds (soviel ich weiß, zumindest habe ich noch keinen Flyer gefunden). Ist das dann ihr „competitive advantage“ diesen Service nicht zu haben oder konzentrieren sie sich einfach nur auf eine „differentiation strategy“? Waren das noch Zeiten, als man in Reutlingen in den interessanten Vorlesungen saß…

30. Wer mal nach China kommt, muss auf jeden Fall in nen chinesichen Zug steigen. Das macht wirklich richtig Spaß. Erst einmal muss man sich durch tausende chinesiche Zuggäste durchkämpfen. Die so genanngten „Hard Seats“ sind dann auch irgendwie so weich wie ne abgesessene Couch daheim. Aber es ist mal so richtig günstig. Gar nicht dran zu denken über die Zugpreise bei uns, wenn man einfach nur mal nach Stuttgart Shoppen gehen will und gleich ein Vermögen los wird.

31. Chinesen lieben Sport, aber hauptsächlich nur im Fernsehen. Mal Sport zu treiben, kommt für viele gar nicht in Frage, außer eventuell mal ein bischen Badminton. Das ist hier der Volkssport schlecht hin.

32. Chinesische Bauarbeiter fangen schon um 7 Uhr vormittags an zu arbeiten. Leider! Dafür sind die echt flink. Innerhalb eines Tages war eine ganze Wohnsiedlung mit nem selbstgebasteltem Bambusgerüst „verschönert“.

33. Und das mit der Uhrzeit ist eigentlich gar nicht schlimm, da die Uhren hier sowieso anders ticken. Es wird um 5Uhr morgens schon hell, dafür ist es um 19Uhr abends auch schon wieder stockdunkel.

34. Chinesen lieben es nicht nur überall zu schlafen, sondern auch den ganzen Tag im Schlafanzug rumzulaufen. Sie gehen damit einkaufen, auf der Straße spazieren etc. Und wer die Chinesen hier schon kennt, weiß, dass die Anzüge wieder einmal sehr schöne Motive haben wie ganz schnuggelige Bärchen oder Herzen. Herrlich!

Herzallerliebste Grüße aus Shanghai,

Yvonne

 

Ohne Kommentar =)

This is a story about four people named

Everybody, Somebody, Anybody and Nobody.

There was an important job to be done and

Everybody was asked to do it.

Everybody was sure Somebody would do it.

Anybody could have done it but Nobody did it.

Somebody got angry about that

because it was Everybody’s job.

Everybody thought Anybody could do it

but Nobody realized that Everybody wouldn’t do it.

It ended up that Everybody blamed Somebody

when Nobody did what Everybody could have done.