Archiv

Meine erste Arbeitswoche und erster Besuch bei einer chinesischen Familie...

Auf Wunsch vieler ein neuer Eintrag über meine erste Arbeitswoche.

Am Montag hieß es früh morgens raus aus den Federn und den ersten Tag ab zur Arbeit. Diese fängt glücklicherweise gar nicht so früh an. 8:30 Uhr ist wirklich eine angenehme Uhrzeit. Genauso angenehm ist das Arbeitsklima. Gerade arbeite ich im R&D und Sourcing Department, wo ich von meinen überaus netten chinesischen Kollegen herzlich empfangen wurde. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Abteilungsleiter wurde ich einem Projekt mit einer chinesischen Kollegin zugewiesen. In einigen Wochen werde ich dann wohl ein eigenes Projekt bekommen. Sie ist eine der Project Leader und kümmert sich um aktuelle und neue Projekte.

Das Arbeiten in China ist wirklich etwas anders als in Deutschland. Hier nur einige Beispiele:

 -    Von der Metrostation fährt jeden Tag ein Chauffeur zum Unternehmen. Was für ein Luxus!

-     Bei Ankunft im Unternehmen wird erstmal Tee getrunken. Mein erster Gang führt dementsprechend ebenfalls erst einmal zum ‚Teetisch‘.

-     Die Chinesen arbeiten meinen bisherigen Beobachtungen nach sehr langsam, aber dafür sehr bedacht und wenn sie etwas bis zu einem bestimmten Datum fertig stellen müssen, wird auch dementsprechend länger gearbeitet.  

-     Das Essen in der Kantine ist essbar. Nichts besonderes, aber auch nicht schlechter als das Essen an der FH in Reutlingen. Jeden Tag Reis, Gemüse und Fleisch. Am ersten Tag gab es gleich mal „Schnitzel chinesischer Art“. Verhungern werde ich hier nicht, ausser ich könnte mit Stäbchen nicht umgehen. Aber das klappt von Tag zu Tag besser.

-     Im Raum nebenan befindet sich ein Badmintonnetz, das aber in dieser Woche noch nicht zum Einsatz kam. Ich hoffe, das wird sich noch ändern. Ein bischen Sport hat noch niemanden geschadet.

-     Wenn jemand Geburtstag hat, werden wirklich leckere Kuchen besorgt, die ruck zuck weg sind.

Ansonsten ist das Arbeiten hier recht angenehm und sehr locker. Die chinesischen Kollegen werden auch nicht nach Stunden bezahlt sondern nach Arbeitstagen. Dementsprechend wird pünktlich Feierabend gemacht. Mit Englisch kommt man hier auch gut aus. Die Kollegen sprechen alle größtenteils Englisch, zwei sogar ein bischen Deutsch. Vor diesem Hintergrund gibt es hinsichtlich der Kommunikation keine großartigen Probleme. Nächsten Montag wird in China erst einmal der Internationale Frauentag gefeiert, an dem die weiblichen Mitarbeiter einen halben Tag frei haben und wie ich heute gehört habe sogar ein Geschenk erhalten (?!). Da bin ich mal gespannt.

 Heute war ich bei meiner Betreuerin Sabrina beim Essen daheim eingeladen. Mein erstes chinesisches 10 Gänge-Menü. Dabei werden die Gänge jedoch nicht separat gebracht, sondern alles auf einmal. Was für eine Auswahl man also hatte:

-     Lecker gebratene Ente

-     Allerlei Gemüse

-     Algen

-     Schrimps

-     Hühnchen mit lecker Erdnüssen (mein bisheriges Lieblingsessen hier)

-     Reis mit einer süßen Paste innendrin

-     Bambussprossen

-     zum Schluss natürlich eine Suppe mit Gemüse und Tomaten und Fleisch

-     und zum Abschluss noch allerlei Snacks wie getrocknete Früchte oder Nüsse, die jeder Chinese ist, oder auch Teigwaren wie Dumpling (sehr spezielle Teigbällchen mit Sesam gefüllt)

-     und den Tee nicht zu vergessen: leckeren chinesischen Grüntee.

Alles war wirklich super lecker und alles frisch von Sabrinas Mutter zubereitet. Die Chinesen sind wirklich sehr gastfreundlich, wie man es aus dem Fernsehen kennt! Nur mit den Teigbällchen konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Der Geschmack von diesen ist wirklich sehr speziell, nichts für meinen Gaumen. Aber man muss ja alles einmal probieren! Probieren geht ja bekanntlich über Studieren!

Eure Yvonne

Einmal Hähnchenfuß bitte…

…und ich habe ihn wirklich probiert!

Aber erst einmal der Reihe nach. Heute war bei uns in der Abteilung Einstandsessen von einem Chinesen Mars und mir. Er hat auch wie ich letzte Woche bei Metabo angefangen. Zum Lunch ging es deswegen heute nicht wie üblich in die Betriebskantine sondern in ein schickes nahegelegenes Hotel. Nach einer Vorstellungsrunde (dabei habe ich alle meine gelernten chinesischen Sätze zusammengekratzt und ihr hättet mal die Freude bei den Chinesen sehen sollen! Entweder waren sie begeistert oder sie haben mich ausgelacht.) kam dann das Essen oder soll ich lieber sagen kamen die zahlreichen Gänge. Nach dem Abendessen bei Sabrina war ich schon auf ein paar Gänge gefasst. Alles wurde natürlich wie man es aus China kennt auf einen runden Tisch mit Glasplatte gestellt und jeder nimmt sich dann das, was er möchte. Für jeden Geschmack war auch etwas dabei:

 -          warmes Wasser als Getränk (?!)

-          Allerlei Gemüsesorten über Gurke, Karotten, Erbsen, Sprossen, Zuckerschoten…

-          Reis

-          Sojasprossen mit labbriger Beilage

-          Schrimps

-          Krebs

-          Verschiedene Fischarten

-          Rindfleisch

-          Schwein

-          Hähnchenfüße

-          Gekochtes Hähnchenfleisch mit Kopf auf dem Teller

-          Verschiedene Suppen und Soßen

-          Als Nachspeise erst einmal Reissuppe mit Schrimps (mit der Schale)

-          Und dann noch Früchte.

 Das Highlight am ganzen Tisch waren jedoch die Hähnchenfüße, die auch ich ausprobiert habe. Man muss die Gelegenheit natürlich gleich nutzen. Sie waren zwar etwas schwierig zu essen (Meine Schneidezähne sind noch nicht ganz so scharf geschliffen wie die der Chinesen. Immer wieder faszinierend zu sehen, was die alles abknabbern und abbeißen können.), doch der Geschmack war überraschenderweise eher neutral. Da sie in einer Soße mit Chilis gekocht wurden, war der Geschmack sehr von diesen beeinflusst. Aber gar nicht so schlecht muss ich sagen. Mama, Papa und Bea: Macht euch schon mal auf diese Füße gefasst! =)

Heute im chinesischen Supermarkt...

Mein heutiger Besuch in einem chinesischen Supermarkt war nicht so erfreulich.

DAS ist doch mal wirklich eine FRECHHEIT!! 

Ich rufe alle Ritter Sport Freunde aus China auf, DIESE Schokolade nicht zu kaufen!

Schmecken tut sie auch nicht wirklich und verschiedene Sorten sind in der Verpackung auch nicht. Aber die Farben sind doch seeehr verdächtig..

http://www.pixum.de/album/sharingImage/id/4825247/page/53

http://www.pixum.de/album/sharingImage/id/4825247/page/54

Zum ersten Mal in einem Shanghaier Club und kǎlā OK singen…

Am Freitagabend kamen drei deutsche Praktikanten aus Wuxi nach Shanghai um unter anderem mit mir das Shanghaier Nachtleben unsicher zu machen. Bevor es jedoch losging, musste erst einmal die Hürde mit dem chinesischen Taxifahrer überwunden werden. Da die Metrolinien nur bis teilweise halb 10 abends fahren, musste ich schon einmal auf das Taxi zurückgreifen und das hat damals ganz gut geklappt. Meine Karte war mit englischen sowie chinesischen Straßennamen geschmückt, deswegen machte ich mir wegen dem Weg eigentlich keine großen Sorgen. Doch dieses Mal war irgendwie der Wurm drin. Der chinesische Fahrer konnte wohl mit beiden nichts anfangen und hat dann versucht mit der kostenlosen Notrufnummer der Expo mein Wunschziel zu bekommen. Das ist aber eher für den Allerwertesten, da die Stimme am Telefon wohl kein Deutschland kennt. Zumindest sagte es einige Sachen in allen möglichen Sprachen, aber weder in Englisch noch in Deutsch. Leider. Nun ja dann sollte es eben ein paar Straßen vom Club weg zum für uns berühmten Jade-Buddha-Tempel gehen und das hat der Fahrer meiner Meinung nach auch verstanden. Zumindest dachte ich das. Doch ich wurde dann irgendwann mal mitten in der Pampa von Shanghai abgesetzt und musste dann noch ein paar (meiner Meinung nach zu viele) Kilometer zu meinem ursprünglichen Ziel laufen. Was lernen wir schließlich daraus: Immer die Adresse auf Chinesisch auf einen Zettel dabei haben (obwohl ich mir da auch nicht sicher bin, ob er meine Schrift bzw. Zeichen entziffern könnte)! War ich froh, als ich endlich am SkyClub angekommen war. Erst einmal 100 Yuan für die Flatrate-Getränke zahlen und dann ging es natürlich sofort zur Bar um sich ein paar Vodka Coke zu gönnen. Dann wurde erst einmal die Runde gemacht und die Chinesen beim Abfeiern beobachtet. Ich muss sagen, die wissen es echt krachen zu lassen. Wer viel Kohle hat, zeigt es auch. Sei es über die Getränke oder das Essen auf den Tischen. Die Tanzfläche war dann so groß bzw. klein wie ein großes Doppelbett. Die Chinesen lieben eben die Nähe, besonders von Ausländern. Auf der Toilette sieht man ebenfalls wie in Deutschland eventuell ein paar Schnapsleichen. Den Chinesen sei dies aber vergeben, da ihnen ja angeblich ein wichtiges Enzym für den Alkoholabbau fehlt. Abschließend war es aber ein gelungener Abend. Guter Club, gute Musik, gute Atmosphäre und gute Stimmung – und mit Sicherheit nicht mein letzter.

Heute ging es dann zu DER chinesischen Freizeitbeschäftigung: kǎlā OK singen (und das schreibt man wirklich so!) und das um die Mittagszeit, was hier keine Seltenheit darstellt. Nach einer kurzen Stärkung in einem Restaurant ging es dann in eine der hundert Karaoke-Kabinen. Wir waren zu fünft: Sabrina, ihre Freundin Novia, Mercury, ihre Mutter und meine Wenigkeit. Frauenpower war also angesagt. Und das hat man irgendwie auch an der Auswahl der Lieder gesehen. Nur chinesische Schnulzen. Wenn meine Lieder von LadyGaga und Pink gewesen wären, wären noch alle eingeschlafen. Mercurys Mutter hat das aber am Schlafen auch nicht gehindert. Chinesen, müsst ihr wissen, schlafen gerne und oft – egal wo sie sich gerade befinden. Ansonsten zeigten meine chinesischen Freunde ein sehr großes Faible für Avril Lavigne und Britney Spears. Die Lieder liefen heute echt rauf und runter. Bei den Links findet ihr ein paar Impressionen von unserem Karaoke-Ausflug.
Insgesamt war es ein echt gelungenes Wochenende mit viel Spaß und interessanten Erkenntnissen und erneutem Regen. Damit ist aber ab Donnerstagnachmittag Schluss, wenn ich nach Macau fliege.

In diesem Sinne euch schöne Tage im ebenfalls kalten und verregneten Deutschland. Auf mich warten Sonne und Temperaturen über 20 Grad in Macau! =)

Eure Yvonne

Chinesische Mitfahrgelegenheit...

Wenn man mal Chaos unter den Chinesen verbreiten will, dann muss man einfach mal ne ganze Metrolinie sperren. Das ist ein Spaß sage ich euch. Innen am Schalter gabs tausende verärgerte Chinesen, draußen ging dann der Streit um einen Platz im Bus oder ein Taxi los. Da werden dann auch die anderen Fahrzeuge angewunken und kurzerhand zur Mitfahrgelegenheit umfunktioniert. So haben wir das heute gemacht um nach Hause zu kommen. War echt ne lustige Fahrt!

Zwei sehr schöne und warme Tage in Macau…

Nachdem ich wieder Internet habe hier nun ein paar Zeilen zu meinem Kurztrip nach Macau:

Macau ist wirklich was ganz anderes als Shanghai. Schon allein historisch hat das kleine Land viel erlebt. Die ehemalige portugiesische Kolonie zeigt heutzutage noch einen sehr starken europäischen Stil, den man allein an den zahlreichen Gebäuden Macaus erkennen kann. Wenn man sich unter anderem auf dem Senatsplatz Macaus befindet könnte man meinen, man wäre in Portugal oder in Rom bzw. im mediterranen Raum. Wirklich sehr schön. Andererseits hat man auf Macau auch die anderen Seiten gesehen: sehr viele Hochhäuser, alte Wohnhäuser und das typische Bild der vielen Klamotten, die an den zahlreichen Fenstern zum Trocknen hängen.

Macau ist ebenfalls bekannt für seine zahlreichen Casinos und sein Gebäck. Dreimal könnt ihr raten, was mich mehr angezogen hat. Natürlich die sehr leckeren Kekse und Gebäcke, die es an jeder Ecke gibt. Fast alle sind mit irgendwelchen Nüssen verfeinert. Sehr lecker. Die Casinos verliehen Macau dagegen abends einen wunderschönen Charme. Besonders das bekannte Casino Lisboa leuchtete nachts wie eine funkelnde Glühbirne.

Nachdem ich am ersten Tag das ganze historische Stadtzentrum Macaus abgelaufen habe (…und damit meine ich wirklich abgelaufen. In Macau kann man wirklich an einem Tag von dem obersten Norden bis in den Süden und vom Westen in den Osten laufen.), war am zweiten Tag die Landteile Taipa und Coloane dran. Coloane ist besonders für seine A-Ma Statue bekannt, die auf einem grünen Hügel ragt. Dort habe ich zum ersten Mal auch wieder die Natur gerochen. Das historische Stadtzentrum ist auch auf Macau eher von Abgasen zugeräuchert. Jedoch sieht man im Gegensatz zu Shanghai hier auch noch die Sonne. Diese ließ sich zwar an meinen Tagen ein bisschen Zeit bis sie sich blicken ließ, doch es war trotzdem warm genug für eine kurze Hose und T-Shirt und das auch schon 9 Uhr morgens.

Insgesamt waren das dann mal zwei wunderschöne Tage im sehr kleinen, beschaulichen Macau mit viel Sightseeing, Leckereien und Sonne.